Brian und Rufus


Schulkinder riefen an: Auf dem Schulhof sei schon seit einigen Tagen eine ganz liebe Katze. Die Kinder teilten das Schulbrot mit der Katze, denn sie habe immer Hunger, aber sie habe einen ganz dicken Bauch. So kam Tinkabelle zu uns: Abgemagert zum Skelett, der Schwanz gebrochen, voller Flöhe, Zecken und Würmer, kahle Stellen überall – krank und hochträchtig. In der Quarantäne bereiteten wir weiche Bettchen vor, versorgten die Katze mit allem Guten, und Tinkabelle bekam ihre 5 Babies tapfer und ohne Komplikationen. Tinkabelle war ihren Babies eine liebevolle Mutter und wurde selbst unter bester Pflege und Versorgung gesund.

 



Nette Menschen meldeten sich, die den Katzenkindern ein schönes Zuhause geben wollten. Ein Anruf kam aus Bremen: Ein Mann wünschte sich 2 rote Kater, verliebte sich gleich bei seinem ersten Besuch bei uns in die Kleinen und besuchte sie jede Woche.

 



Dann kam der Tag, an dem wir die beiden roten Kater ‚Brian‘ und ‚Rufus‘ kastriert, tätowiert, geimpft und fein gemacht in ihr neues Zuhause nach Bremen brachten.

Von da an erhielten wir Post aus Bremen, über die wir uns jedes Mal sehr freuen.
 

 

 

 

Briefe

 

Brian und Rufus

Bremen, den 07.08.2011


Hallo Frau Sommer,

Viele liebe Grüße aus unserem neuen Heim, senden Brian und Rufus. Danke nochmals, dass Sie uns hierher gebracht haben, es gefällt uns sehr gut hier.
Unser neuer “Boss” Mark hat so viel Neues und uns bis dato Unbekanntes. Am liebsten haben wir den Kratzbaum und den Springbrunnen. Das mit dem Wasser spielen macht uns so viel Spaß, nur lässt es sich so schwer fangen. Vor allem Rufus klettert gerne ganz nach oben und manches mal werden wir nicht nur an den Pfoten nass. Heute waren wir beide schon im Obergeschoß. Oh, herrlich kann ich nur sagen.
So viel Platz und Gardinen, die bis zum Boden reichen. Rufus spielt dann immer verstecken mit mir.
Im Moment haben wir gerade Pause - nach so vielem Spielen, muss das sein. Ich habe schon 2 mal Marks Tasse runtergeschmissen - selbst schuld, warum stellt er sie auch immer so blöd hin.
Es gibt auch so viele neue Geräusche - Radio, Dunstabzugshaube, Kochgeräusche, Geschirrklappern - toll.
Dudelsackmusik mögen wir aber gar nicht.
Wie gesagt, uns geht es saumäßig gut hier - also bitte keine Sorgen machen.
Schöne Grüße an alle, die uns kennen.

Bis zum nächsten mal

Ihr Brian und Rufus


 




Brian und Rufus

Bremen, den 27.08.2011


Moin, moin Frau Sommer,

Jetzt sind wir schon 22 Tage in unserem neuen Zuhause und ich kann Ihnen sagen: ,,hier geht die Post ab !”
Nachdem wir das Obergeschoss erkundet haben, fanden wir vor allem die Gardinen ganz toll. Hochspringen, etwas schaukeln und dann wieder fallen lassen. Das können wir schon fast perfekt. Und unser Boss schimpft noch nicht mal. Er wird nur böse, wenn wir in die Küche schleichen. Wenn er uns dann erwischt, gibt es zur Strafe Wasser aus der Blumenspritze. Ist gar nicht so lustig! Aber er wird schon seine Gründe haben. Ich weiß auch gar nicht was das soll, das Fressen ist jedenfalls nicht da.
Es ist jetzt 14.30 Uhr und wir “müssen” Mittagspause machen. Ich habe mich eben mal zum Schreibtisch verzogen, um Ihnen die neusten Abenteuer von Rufus und mir zu berichten. Ist doch okay, oder????
Nachdem wir - wie gesagt - die Hausinspektion gründlich vollzogen hatten, saßen wir oft auf der Fensterbank und schauten unserem Boss zu, wie er irgendwelche Gartenarbeiten machte. Na klar, wir zwei sind doch so hilfsbereit und wir haben solange miaut, da konnte er nicht anders, als uns auch in den Garten zu lassen. Aber oh Schreck - ist der riesig!
Am ersten “Ausgangstag” wagten wir uns so ca. 3m von der Haustür weg- und immer wenn uns etwas zu neu erschien - schwups waren wir wieder in Haus. Clever - oder?
Am Anfang waren unsere Ausflüge weder weit noch lang (so ca. 5-10 Minuten).  Übrigens, unter dem Farn am Küchenfenster kann man sich super verstecken und keiner sieht einen - aber wir sehen alles.
Außerdem hängen dort an der Hauswand große Weinbergschnecken - mit denen man viel und lange spielen kann. Unser Boss hat aber Mitleid mit unserem Spielzeug - er sagt: ,,Die bekommen ja ein Schleudertrauma.,, Stimmt das????
Rund um das Hochbeet gibt es auch viel zu entdecken. Es herrscht dort reger Flugverkehr (Fliegen, Hummel, Libellen usw.). Außerdem hüpfen Heuschrecken bzw. Grashüpfer herum. Klar, das wir dann unseren Speiseplan “ausdehnen”
So jetzt kommt gerade der Maler (er will die Diele streichen). Woll`n doch mal sehen, ob wir da nicht auch helfen können. Also erst einmal Schreibpause - bis später.

So, jetzt ist der Maler wieder weg. So richtig helfen konnten wir ihm nicht, aber er hat so viele Sachen mitgebracht. Und dann die Farbe. Ich konnte es nicht lassen, schnupperte daran und plötzlich hatte ich eine weiße Stupsnase. Rufus hat sich weiter an die Farbe gewagt. Am Hals hatte er noch etwas Farbe hängen - aber sonst ist nichts passiert.
Wo war ich vor dem Maller steh`n geblieben? Ach ja, unsere Gartenausflüge.
Ich weiß, ich weiß, Sie sagten wir sollen erst im Herbst raus, aber mal ehrlich, da ist das Wetter doch schon schlechter und das “Flugfutterangebot” ist dann eher gering. Außerdem passt unser Boss gut auf ( erhat ja noch Urlaub). Raus kommen wir nur, wenn auf der Straße nicht  so viel Verkehr ist und das Wetter mitspielt.
Er (unser Boss) sagt immer zu uns:,, Seid lieb und lauft nicht zu weit weg.” Lieb sind wir immer und “weit” ist ein relativer Begriff. Meint er damit die Entfernung oder die Höhe? Egal- wir machen was wir wollen - meistens jedenfalls.
Einige Katzen aus der Nachbarschaft haben wir auch schon kennengelernt. Aber die meisten sind ja schon älter und mit uns beiden “Rabauken” will es kaum einer aufnehmen. “Rabauken” sagt unser Boss zu uns -  ist das eigentlich was Schlimmes?
In der einen Ecke unseres Gartens haben wir einen Hügel und dahinter Sträucher entdeckt. Im Hügel sind mehrere Löcher im Boden. Rufus musste gleich seine Pfote reinstecken, aber es kam nicht raus. Nach einer Weile ging er dann in den Sträuchern klettern. Eines abends kletterte ich in den Kirschbaum und Rufus kam hinterher. Als ich noch höher klettern wollte, kletterte Rufus an mir vorbei und spielte sich als Sieger auf. Das sollte sich schnell rächen. Plumps, und er fiel runter. Aber was so ein richtiger Rabauke ist, einmal den Kopf schütteln (was war das denn?) und dann schnell wieder auf den Baum. Wir hatten so viel Spaß.
Am nächsten morgen, es war noch nicht ganz hell (um halb 5 Uhr), wollte Rufus den Spaß wiederholen, doch -oh Schreck- rauf geht es ja leichter als runter. Aber kein Problem, der Boss holte eine Leiter und holte ihn runter.
Wie Sie sehen Frau Sommer, haben wir hier einen riesengroßen “Abenteuerspielplatz”, von dem wir gar nicht genug bekommen können. Wenn der Boss fragt.,, Wollt ihr 5 Minuten raus?” dann sind wir dabei. Und da wir ja keine Uhr haben, werden aus den 5 Minuten meistens eine halbe oder sogar eine Stunde. Wie das halt so ist- wir vergessen die Zeit (sind weder müde noch hungrig) doch dann kommt der Boss und spricht ein Machtwort. Wenn wir dann wieder drinnen sind, merken wir erst wie kaputt wir vom Spielen sind. Ich glaube unser Boss kennt uns mittlerweile besser, als wir uns. Was wir nur nicht verstehen- er sagt immer, er schafft nichts. Wir sind doch so lieb und pflegeleicht. Arbeiten kann er doch schließlich, wenn wir Pause machen.
Irgendwann letzte Woche saßen wir unter dem Strauch an der Hecke. Der Boss hatte nichts besseres vor- und leerte mit einem 10 Liter Eimer eine Regentonne. Und was soll ich Ihnen sagen -  darauf waren wir nicht gefasst. Da kommen plötzlich 10 Liter Wasser auf mich zu. Fürs Ausweichen war keine Zeit und ich sah aus wie frisch gebadet. Zuerst tat es dem Boss leid, doch dann konnte es sich nicht halten vor lachen. Na ja, es war warm und Rufus half mir das Fell trocken zu lecken.
Übrigens haben wir ein neues Spielzeug - wildes Getreide. Ein Halm genügt uns, um ganz lange spielen zu können. Einer trägt ihn weg und der andere versucht ihn abzujagen. Macht eine Menge Spaß. Der Boss sagt immer: ,,Ihr bringt ja den ganzen Garten ins Haus.” Aber im Großen und Ganzen ist er wohl ganz doll zufrieden mit uns, so denke ich.
Puh, nach so viel Schreiberei will ich jetzt zu Rufus gehen und Pause machen.

Viele liebe Grüße von allen an alle

Ihr Brian 


 



 

Brian und Rufus

Bremen, den 25.10.2011


Hallo Frau Sommer,

Nachdem die letzten Briefe von Brian geschrieben wurden, möchte ich heute mal als “Besitzer” etwas schreiben. Ist nicht ganz einfach, weil Rufus immer mit dem  Kugelschreiber  spielen will. Jetzt liegt er gerade am Kopfende des Blattes schnurrt und leckt sich.
Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich. An einem waren Sonntagmorgen, ich wollte kurz zu meiner Mutter fahren, da kam Brian von einer Spritztour zurück und war kaum wiederzuerkennen. Er war wohl in einen kleinen Entwässerungsgraben (neben meinem Grundstück) gefallen, Laub, Schlamm und Wasser machten einen “Dreckspatzen” aus ihm. Jetzt musste mein Ausflug warten, um erstmal klar Schiff bei Brian zu machen. Erst mit dem Lappen abrubbeln und dann unter die Dusche. Anfangs war es ungewohnt für ihn, doch er ließ es über sich ergehen.
An einem anderen Tag, es war abends -da quiekte eine Maus am Rande der Terrasse ( unter den Brennnesseln). Es dauerte nicht lange, da versuchten die Beiden die Maus zu fangen. Das Mausequieken lockte auch noch zwei anderen Katzen aus der Nachbarschaft an. Tja, vier Katzen gegen eine Maus - raten Sie mal wer “gewonnen” hat.
Mein Sonnenschirmständer der zur Hälfte auf den Platten stand und zur anderen Hälfte im Sand stand, hat der Maus das Leben gerettet. Auf der Erdseite verschwand sie unter dem Ständer und grub sich in aller Seelenruhe einen Notausgang.

Jetzt zu einem nicht so erfreulichem Thema, so etwas kann man aber auch wirklich nicht ahnen.
Ich kam nach Hause (draußen 20° C) und öffnete die Haustür. Drinnen waren es 25° C und es roch nach irgendetwas Verbranntem. Ein Blick in die Küche und da sah ich das Malheur. Einer der Rabauken hatten beim “Spielen” einen Drehknopf vom E-Herd angemacht. Auf der besagten Herdplatte stand eine Pfanne mit einem halbverbrannten Holkochlöffel. Das Restwasser, was in der Pfanne stand ist verdampft und so konnte das Holz schön vor sich hinkokeln. Es lag auch noch ein Deckel drauf.
Fragen Sie mich nicht, wann und wie sie es gemacht haben, ich weiß es nicht.
Das war ein Schreck in der Nachmittagsstunde, kann ich Ihnen sagen.
Aber wie sagt man so schön: ”Ist die Katze aus dem Haus …” Im ersten Moment war ich einfach nur glücklich, dass nichts Schlimmeres passiert ist und im nächsten Moment musste ich mir etwas überlegen, damit sich das nicht wiederholen kann.
Ich habe sofort eine “Katzensicherung” an den Herd gebaut, damit sie die Drehknöpfe nicht mehr “betreten” können.
Jetzt wo schon ein paar Tage vergangen sind, sage ich mir: ”Die Kater wollten ja nur helfen und schon das Abendbrot kochen.”
Eigentlich hätte ich ja gewarnt sein müssen, denn ein paar Tage vorher hatten sie schon den Springbrunnen angestellt.
Aber mal ehrlich - hätten Sie so etwas vermutet oder gedacht?
Klar, dass das “Thema bei uns die Runde machte. Ein paar Tage später hatte ich eine Baustelle in der Nähe der Weser. Mit der Zeit kam das Hochwasser und die Kollegen sagten zu mir:” Mark, deine Katzen haben den Wasserhahn aufgedreht. “Hahaha”
Wer den Schaden hat ...

Doch, auch wenn es zwischen und die “üblichen Spielchen” gibt, möchte ich die beiden nicht mehr missen.
Sie sagten einmal, dass die Kater 2,5 Jahre wachsen. Bis jetzt sind sie schon sehr groß geworden, mein Schoß ist fast schon zu klein für die beiden. Wenn das so weiter geht….
Brian ist der gesprächigere, alles was er will oder macht wird vorher angekündigt
-miau, ich geh aufs Klo -miau, ich will raus -miau, kraul mir den Bauch usw. usw.
Rufus hingegen ist da etwas “Maulfauler”, er zeigt es mehr mit Gesten. Er schmust mit dem Feuerholz (soll heißen - mach den Ofen an), er springt ans Bein (soll heißen -  nimm mich auf den Schoß). Rufus hat so kurzes Fell, wenn er sich erschrickt, macht er zwar einen Katzenbuckel aber sein Schwanz wird gar nicht dick.
Übrigens, das “Gardinenhochklettern” ist jetzt nicht mehr “in”. Draußen sind Bäume genug.
So, das wäre es für heute. Einen schönen Gruß von den beiden Rabauken (sie schlafen zur Zeit)

Ihr Mark


 




Brian und Rufus

Bremen, den 28.12.2011


Liebe Kattenhoffler,

Vielen Dank für Eure Weihnacht - und Neujahrsgrüße. Natürlich wünschen Rufus und ich und unser Boss Euch auch alles Gute für 2012.
Von Weihnachten haben wir nicht viel mitbekommen, weil wir, wie so oft geschlafen haben. Mal ehrlich, war auch eher “bescheidenes” Wetter. Natürlich hat der Boss ein paar Leckerlies rausgerückt. Einen Baum gab es nicht im Haus, denn den hätten wir natürlich “fachkätzig” zerlegt. Haha. Aber was soll es, wir können uns über unseren Boss nicht beklagen.
Und wenn ich das letzte halbe Jahr zurückdenke, war das gar nicht so schlecht. Wenn der Boss aus dem Haus war, konnten wir ja machen was wir wollten. Seit den letzten zwei Monaten lagen wir oft bei dem Boss auf dem Schoss ( vor dem warmen Ofen natürlich!)
Und für 2012 wünschen wir uns vor allem mehr - na was wohl?- Mäuse natürlich. Unsere Bilanz für dieses Jahr war ja sehr sehr mager. Eine Maus nur gesehen und nur eine gefangen, ziemlich wenig, oder?
Wenn es draußen nicht so “eisig” ist, bleiben wir auch schon mal die ganze Nacht draußen. Aber meistens gibt es so gegen 22.00 Uhr abends “Abendbrot” und dann ist erst mal wieder Schlafen angesagt. Ich habe aber etwas entdeckt. Wenn ich mitten in der Nacht raus will, brauche ich nur an der Tür vom Boss kratzen und schwups bin ich draußen. Wenn der Boss dann wieder im Bett ist, kommt Rufus 10 Minuten später auf dieselbe Idee. Sind wir nicht clever?
Solange der Boss Urlaub hat geht das ja noch aber ich fürchte, wenn der Arbeitsalltag wieder losgeht, wird sich da was ändern. Aber auch das kriegen wir hin.
Rufus ist mindestens einmal am Tag sehr fleißig. Er setzt oder legt sich in den leeren Feuerholzkorb und wenn der Boss neues Holz holen will, bleibt es sitzen und lässt sich raus tragen (im Korb).
Die letzten Tage war der Boss sehr beschäftigt. Er leimte im Esszimmer mehrere runde Holzplatten aufeinander. Später ging er dann in seine Garage und man hörte einige Maschinen. Sehen konnten wir nichts, denn in der Garage ist es ja viel zu laut und gefährlich für uns. Nach vielem hin und her, kam er dann mit den “Dingen” wieder ins Esszimmer und “streichelte” die “Dinger” mit so was wie Wasser ein. Sah ganz interessant aus, war aber nichts zu fressen.
Ich glaube diese “Dinger” sind für Euch bestimmt. Was Ihr damit anstellt, weiß ich nicht aber es fällt Euch bestimmt etwas ein. Boss sagte nur, dass es nicht so viel und so lange mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten in Berührung kommen soll.
Ich glaube der Boss macht die “Dinger” gerne, nur reich wird er damit nicht, dafür steckt da viel zu viel Zeit drin, die ihm keiner bezahlt. Er kann auch noch kleinere “Dinger” machen, auch mit anderem Holz und anderen Rundungen. Er kann sie aber nur an Wochenenden oder im Urlaub machen. Ist halt nur sein Hobby. Wenn Ihr noch mehr “Dinger” braucht (sei es, um es an ganze liebe Menschen zu verschenken oder vielleicht auch zu verkaufen), fragt den Boss doch einfach mal.
Heute morgen ist das Wetter hier so toll gewesen - Rufus und ich machten mal wieder den Garten unsicher und haben natürlich auch Vögel “geärgert”. Aber wir sind ja lieb und haben keinen gefangen.
Unser Boss ist mit dem Drahtesel weggefahren und hat was besorgt. Sieht aus wie unser Fressen - aber warum packt er es zusammen mit den “Dingern” in einen Karton? Sehr wahrscheinlich dürfen die “Dinger” nicht gestoßen werden und das Futter dient nur als Puffer. Außerdem könnt Ihr bestimmt das Futter an unsere Artgenossen weitergeben. Guten Appetit Euch allen.
Für die anderen und größeren Tiere ist einfach der Karton zu klein - bitte um Entschuldigung.

Draußen machen irgendwelche “Idioten” Krach - es zischt und knallt. Der Boss sagt: “Das ist jedes Jahr das selbe - ihr gewöhnt euch daran”. Er selber ist aber ein ganz ruhiger.

So Ihr Lieben, das wär`s für 2011. Bleibt gesund und munter. 

Brian, Rufus und der Boss

PS: Halt - Stopp, der Boss hat heute die Spendierhosen an. Deshalb noch ein paar Euro für alle Tiere.


 




Brian und Rufus

Bremen, den 01.01.2013


Liebe Kattenhoffler,

Vielen Dank für Eure X-mas und Neujahrsgrüße. Natürlich wünschen Rufus, “der Boss” und ich Euch auch alles Gute, Glück, Gesundheit und genug zu fressen und ein warmes Dach über der Scheune.
Tut mir leid, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, aber fressen, wachsen und viel, viel schlafen - Ihr wisst ja selber wie das Zeit braucht.
Dafür kann ich aber vermelden, dass es uns gut geht. Der Boss hat zwar keine Waage, dennoch denke ich, dass wir tüchtig zugelegt haben (so etwa 4-5 kg / pro Nase). Früher passten wir ja noch zu zweit auf den Schoß vom Boss, die Zeit ist vorbei. Wir sind sehr groß geworden!
Und es ist so einiges passiert. Als es draußen endlich wieder schöner geworden war, hat der Boss im Garten ganz schön gewirbelt. Aufräumen und Grassoden abstechen für eine Veranda. Unter dem Gras war schöner weicher Sand, eine 1a Sandkiste, kann ich Euch sagen und ein schönes Katzenklo dazu.
Aber alles Schöne geht ja auch mal zu ende. Das  war ein Wochenende, als der Boss Holzdielen über den Sand baute. Im Sand spielen ist jetzt nicht mehr, dafür liegt es sich auf dem Holz wunderbar warm und trocken.
Das letzte Jahr war ein gutes “Mäusejahr” - viel mehr als 2011, aber da waren wir ja auch nur ein paar Monate bei unserem Boss.
Und wie das Leben so spielt, haben wir auch 1-3 Vögel gefangen - so genau weiß ich das nicht mehr. Nur das mit dem Eichhörnchen müssen wir noch üben - die sind ja so schnell! Nun gut, unser Boss ist ja auch nicht kleinlich, was unser Fressen angeht.
Ein paar Mal im Monat bekommen wir Kotelettknochen mit ca. 1 cm Fleisch dran, ist zwar mühsam (Rufus mag es nicht) aber langsam habe ich schon Übung darin. Der Boss sagt dann immer:” Klapper nicht so laut mit dem Knochen”. Rufus “frühstückt” immer mit dem Boss. Er setzt sich dann auf den Barhocker und wenn der Boss sich hinsetzt, setzt er sich auf seinen Schoß. Aber zu fressen fällt für ihn nichts ab. Nur wenn der Boss fertig ist, bekommt er Streicheleinheiten und ab und zu wird er dort auch gekämmt und gebürstet. Ich hole mir diese Streicheleinheiten meistens nachmittags ab. Keine Angst, hier wird keiner vergessen.
Im Spätsommer bekam der Boss eine Lieferung Feuerholz - oh war das aufregend und die vielen neuen Gerüche. Natürlich haben wir beiden mitgeholfen - bei den Leerfahrten besetzten wir ganz einfach die Schubkarre.

Seit November hat der Boss in seiner Firma einen neuen (anderen) Job bekommen. Vorbei all die Montagen und die vielen vielen Überstunden. Jetzt brauchen wir nachmittags nicht mehr so lange auf ihn warten.
Fast den ganzen Dezember hatte er Urlaub, es war so schön, kann ich Euch sagen. Wie gesagt - zu fressen gibt es ja reichlich und hinterher schön vor dem Ofen schlafen - einfach herrlich.
Manchmal geht  mir Rufus voll auf den “Sack” (wie man so schön sagt). Dann will er immer Spielen, doch er übertreibt gerne einmal. Auch körperlich hat er mich ein bzw. überholt. Als wir auf der Fensterbank saßen war er ca. 2cm größer - von wegen     “lütt Rufus”!

Vor ca. 3 Wochen hatte der Boss eine neue Idee für den Badezimmerfußboden. Es sollten Flusskiesel sein.
Gesagt - getan. Zuerst musste er die Kiesel von den Matten reißen, weil die Kiesel ja ca. 3 verschiedene Farben haben (weiß, rotbraun und grün). Die lagen dann auf dem Boden. Na nu, was ist denn das? Der Boss sagte:” Brian, raus da, das ist kein Katzenklo”. Wäre ja auch viel zu schwer im Vergleich zu “Babypuder”. Auf jeden Fall hat der Boss dann angefangen die Kiesel als Sonnenmosaik zu verkleben und natürlich haben wir ihm geholfen. Aber, oh Schreck, was war das denn?
Diese weiße puddingartige Masse - igitt.
Na ja, der Boss hat sie mir dann von den Pfoten gewischt und alles war wieder okay. Wie gesagt, wo wir helfen können, machen wir das.
So meine Lieben, das war es mal wieder von uns Dreien.

Viele liebe Grüße auch von Rufus und dem Boss

Euer Brian 


 




Rufus UND BOSS

Bremen, den 23.02.2013


Liebe Frau Sommer,

Bevor Sie diesen Brief lesen, bitte ich Sie, sich zu setzen.

Danke.


Der sonstige Briefeschreiber Brian, kann Ihnen leider nicht mehr schreiben.
Nach einer dreitägigen Leidenszeit und mehreren Besuchen bei einer Tierärztin und in der Tierklinik Oldenburg wurde es Zeit, Brian von seinem Leiden zu erlösen.
Gestern kurz nach 8.00 Uhr schlief er ruhig in meinen Armen ein.

Es ist unfassbar, dass “der große Dicke” nicht mehr da ist. Alles fing damit an, dass er keinen Hunger mehr hatte und kurzatmig wurde. Beim Tierarzt stellt man fest, dass er kein Wasser lassen konnte. Er wurde geröntgt (Verdacht auf irgendwelche Steine). Keine Steine. Dann stellte man Wasser in der Lunge fest. Also entwässern. Das half etwas.
In der Tierklinik per Ultraschall stellte man einen (sehr wahrscheinlich angeborenen) Herzfehler fest. Und in der Herzkammer war ein Thrombus. Beim Versuch ihn medikamentös aufzulösen ist er wohl gewandert und hat dann ein anderes Gefäß verstopft. Ab da war der Hinterleib gelähmt und nicht mehr durchblutet. Und nach einer schlaflosen Nacht, war es dann das Beste für ihn, ihn schlafen zu schicken.

Wir hatten doch noch so viel vor! Und nun kann er noch nicht einmal seinen 2. Geburtstag feiern.
Keiner mehr da, der beim nach Hause kommen sich vor meine Füße legt und einen auffordert ihm den Bauch zu kraulen. Keine lustigen Spiele mit dem Wasser am Springbrunnen. Keine Raufereien mehr mit Rufus. Kein….., ach ich kann gar nicht alles aufzählen.

Liebe Frau Sommer, in Ihrem Verein gibt es sicherlich auch nicht nur Sonnenschein. Umso mehr möchte ich Ihnen danken, dass Sie mir die Gelegenheit gaben, die kurze Zeit mit Brian verbringen zu dürfen.
Nach dem Tod meiner beiden anderen Katzen, haben die beiden mein Leben wieder richtig aufgemischt und viel lebenswerter gemacht. Nun wird es wohl ein wenig ruhiger werden. Zumal Rufus ja einen ganz anderen Charakter hat. Ich hoffe er vermisst seinen Bruder nicht zu sehr.
Zur Zeit schläft er gemütlich auf der Fensterbank vor meinem Schreibtisch und träumt bestimmt von Mäusen.
Man sagt ja: ”Die Zeit heilt alle Wunden”, doch es braucht wohl mehr Zeit, denn meine Wunde ist sehr groß.

Es tut mir sehr leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Sie habe.
Viele Grüße an alle die uns kennen.

Bis zum nächsten Mal Ihr Rufus und Mark

 


 


Rufus UND BOSS

Bremen, den 02.11.2013


Liebe Kattenhoffler,

Ich weiß, ich hätte ruhig mal früher melden können, aber Ihr wisst ja - Katzen, Rentner und  Arbeitslose haben sehr wenig Zeit. Jetzt sich schon fast 9 Monate ins Land gezogen, in denen ich ohne Brian bin. Anfangs habe ich ihn noch in der Nachbarschaft gesucht - leider ohne Erfolg.
Der Boss hat auch versucht mich zu trösten und abzulenken.
Kaum war der Winter vorbei, habe ich auch neue Freunde gefunden. Da kam es auch schon mal vor, dass ich drei Tage nicht beim Boss war. Kein regelmäßiges Fressen, puh das war schon anstrengend - aber ich hatte ja noch etwas Winterspeck auf den Rippen. Und jetzt kommt ja wieder diese Nasskalte fiese Zeit, da habe ich wenig Lust nach draußen zu gehen.
Wenn ich im Sommer mal nicht bei meinen Freunden war, habe ich natürlich dem Boss geholfen, ist ja klar. Stellt Euch vor, der Verrückte hat sich zuerst fast 1000 Betonsteine bestellt und daraus 5 Hochbeete gestaltet. Ist ja klar, dass ich die Steine kontrollieren musste, das da auch keine Mäuse drin waren. Als der “Rohbau” fertig war, legte er zuerst Äste und Baumschnitt hinein, darauf Kompost und Grasschnitt, sowie Moos. Könnt ihr Euch vorstellen wie schön das war? Eine Umfassung aus Steinen, darin Moos und dann noch strahlender Sonnenschein. Leider hat der Boss einige Tage später alles mit Mutterboden aufgefüllt. Trotzdem war es schön.
In einem Hochbeet hat er noch einen Teich integriert. Eine schöne “Trinkstelle” ist dort entstanden, nicht nur für uns Katzen. Einmal schwamm im Teich eine kleine Kröte. Im Garten war immer was los. Am besten hat mir das Spielen mit den Fröschen gefallen. Ich habe sie im Steinhaufen gesehen und wollte sie mit der Pfote erreichen, aber sie waren schneller. Echt gemein. Na ja, da habe ich halt ein paar Heuschrecken gefressen.
Einmal beim Aufräumen hat der Boss zwei Salamander aufgeschreckt, mit denen durfte ich aber nicht spielen - schade.
Wie ihr sehr, war mir ganz und gar nicht langweilig. Übrigens, seit Brian nicht mehr da ist, darf ich sogar beim Boss im Bett schlafen. So trösten wir uns gegenseitig. Dieses Jahr war kein gutes “Katzenjahr” beim Boss und seiner Familie. Erst Brian tot und ein halbes Jahr später starb Max (nach 15 Jahren) beim Boss seiner Mama und wenig später starb Filou, die Katze seines Bruders.
Mir geht es aber wunderbar, aber das Schreiben bin ich nicht gewohnt, außerdem brauche ich meinen Schlaf.
Ich hoffe es geht Euch und Euren vielen Tieren gut und damit es so bleibt, frage ich mal den Boss, ob er ein paar “Kröten” für euch rausrückt, okay?
Bleibt bitte gesund und munter und lasst euch nicht von der dunklen Jahreszeit runterziehen - ich mache es auch nicht!

Viele liebe Grüße von eurem Rufus

P:S: Viele Grüße auch vom Boss 


 




Rufus UND BOSS

Bremen, den 27.04.2014


Hallo ihr Lieben,

Ich hatte schon lange vor Euch zu schreiben, aber Ihr wisst ja, so ein Katerleben ist ja auch nicht so einfach, entschuldigt bitte.
Und wenn bedenkt, wie schnell die Zeit vergeht. Gestern war, wie Ihr ja wisst, mein dritter Geburtstag. Schade, dass Brian nicht mitfeiern konnte. Es war ja Wochenende und wie es sich gehört, bin ich mit meinen Kumpels um die Häuser gezogen und natürlich haben wir reingefeiert. Da kann es auch mal passieren, dass man erst spät morgens aus der “Katerdisco” rauskommt. Aber keine Angst, ich hatte keinen Kater.
Nur hundemüde war ich. Und der Boss hatte wie immer vollstes Verständnis. Nach einem leckeren Frühstück hab ich mich auf´s Ohr gelegt, natürlich im Garten, unter der Hecke.
Ja, ja der Frühling ist da und der Winterpelz kann abfallen. Der Boss hilft mir dabei und kämmt mich , so oft ich ihn lasse. Nur, das mit den sch…. Zecken - mal ehrlich, wer braucht schon diese Viecher? Aber auch damit werden der Boss und ich fertig.
Sonst gibt es nichts Neues - uns geht es gut, was wir von Euch auch hoffen.
Entschuldigt bitte dieses seltsame Blatt Papier aber auf die Schnelle habe ich nichts anderes gefunden. Na ja, “Bürokrams” ist halt nicht so sein Ding. Dafür ist er ja ein prima Handwerker. Hab ich schon erzählt, dass jetzt der Komposthaufen eine Art “Dach” (2 Balken) hat? Das ist toll. Wenn die Sonne scheint, kann man da prima relaxen und wenn es regnet liege ich trocken und warm im Grasschnitt.
Jetzt ist es gleich 21 Uhr - der Boss muss ins Bett (4.30 Uhr aufstehen) und auf mich wartet das Nachtleben.
Also macht es gut, bis zum nächsten Mal.

Euer Rufus und Boss

P.S. Zum Geburtstag habe ich etwas “Kohle” geschenkt bekommen. Aber was soll ich damit, ich habe doch alles was ich brauche. Ihr könnt es sicherlich gebrauchen. In diesem Sinne …


 




Rufus UND BOSS

Bremen, den 02.09.2014


Liebe Kattenhoff `lers und -innen,

Jetzt seid Ihr etwas verwundert? Ja, es gibt mich noch, Euren Rufus.
Ist schon etwas her seit dem letzten Brief, aber ihr wisst ja, so ein Katzenleben ist kein Zuckerschlecken.
Erstmal zum Wichtigsten: der Gesundheit.
Mir und meinem Boss geht es richtig gut. Wir haben den Sommer gut gelaunt genossen und so langsam aber sicher kommt der Herbst. Zugegeben, der Urlaub vom Boss (13 Tage) war wie immer zu kurz, aber mach etwas dran. Wir hatten viel Spaß im Garten - schön auskämmen lassen, wegen der Zecken, - ab und zu ein kleiner Gruß aus der Gießkanne auf den heißen Buckel - na ja, nicht jedermanns Geschmack aber es kühlt schön.
Dieses Jahr war es ein bisschen mau mit den Mäusen, war ich vielleicht davor zu fleißig?
Tagsüber liege ich faul im Garten und beobachte und lausche nach allen Geräuschen. Die meisten interessieren mich nicht, da ich sie kenne.
Jetzt wo der Boss wieder arbeiten muss, da genieße ich die Zeit nach Feierabend mit ihm. Meistens muss ich ihn in seine Schranken weisen, wenn er mich zu lange kämmt. (OK, er will halt , dass ich hübsch aussehe, wenn ich “ausgehe“) . Der Boss hat meinen Kratzbaum aus dem Haus entfernt, könnt Ihr das glauben? Er sagt, es sei für einen guten Zweck, denn seine Mama hat mit ihren 72 “Lenzen“, Zuwachs bekommen. Eine kleine “Maxima“ von der Bremer Katzenhilfe. Die ersten 2 Tage war sie auf ca. 2qm “begrenzt“ (auf ihren eigenen Willen). Doch dann verlor sie ihre scheu. Jetzt ist nichts mehr vor ihr sicher. Sie flitzt durch das Haus, das es eine wahre Freude ist. Wenn jemand sie nicht beachtet wird irgendwo “gekrallt“.
Mein Boss hat ihr aus großen Kartons Spielzeug gebaut und aus Packpapier eine Art Nest. Die Kleine wickelt sich aber regelmäßig wieder aus und ist frech wie “Oskar“, falls Ihr wisst was ich meine. Und das mit ihren gerade mal 12 Wochen (aus einem Wurf von 3). Sie darf noch nicht in den Garten, darum braucht sie den Kratzbaum mehr als ich. Ich habe so viele Bäume; da gönne ich ihn ihr - großzügig wie ich nun mal bin. Der Boss sagt oft:” Schönen Gruß von Maxima - doch ich weiß nicht wer das ist.” Jedes Mal, wenn er von ihr zurück nach Hause kommt, ist er so entspannt. Ich glaube die Kleine ist Erholung und Entspannung für ihn, trotz allem “Gewusel”. Und wer sich um Katzen kümmert, wer braucht da noch Urlaub?!?
Diese Tiere nehmen so wenig und geben so viel!!! Schade nur, wenn das Tier oder der “Versorger” krank wird oder stirbt.
Aber daran wollen wir jetzt nicht denken. Der Boss jedenfalls glaubt fest daran, das seine Mutter jetzt einen noch größeren Lebenswillen hat. So etwas Kleines, Schutzbedürftiges ist einfach zum Liebhaben.
Jetzt ist der Boss wieder nach Hause gekommen und ich muss mich ein wenig um ihn kümmern. Er macht in letzter Zeit wieder mehr Überstunden und muss ein bisschen relaxen. Ich helfe ihm dabei.
Übrigens in letzter Zeit bin ich “gesprächiger” geworden. Wenn mir etwas nicht gefällt (das Wetter, oder dass ich zwei  Krümel zu wenig Futter habe) dann sage ich das dem Boss mit einem lauten “Miau”. Besucher oder Verwandte werden auch ganz lauthals begrüßt. Konversation ist halt alles!
Und ihr - wie geht es bei Euch? Ich hoffe doch, dass Ihr alle wohlauf seid.
Wie gesagt, der Herbst steht vor der Tür - seht bloß zu, dass ihr Euch Winterspeck anfuttert. Der Boss hat auch einiges gespart und einige selbstgedrechselte Schalen verkauft. Vom Erlös sollt Ihr ein wenig abbekommen, einverstanden?
In den letzten die Monaten hat der Boss im Oberkiefer neue Zähne bekommen. Durch seine Schmerzen hat er ein paar freie Krankheitstage bekommen. Schön für mich - schmerzhaft für ihn. Aber jetzt ist alles wieder gut.
Nun lasst Euch die Zeit nicht lang werden, wir schreiben uns wieder, bis dann

Euer Rufus mit Boss

PS: Beim nächsten Briefwechsel bitte die BLZ, die Kontonummer und bei welcher Bank angeben. Danke!


 




Rufus UND BOSS

Bremen, den 07.02.2015


Liebe Kattenhoff `lers und -innen,

Vielen Dank für Eure Post vom letzten Jahr. Ist doch immer schön aus der Heimat etwas zu hören.
Tut mit leid, dass ich noch nicht früher geschrieben habe, aber Ihr wisst ja - so ein Katzenleben ist schließlich kein Zuckerschlecken.
Auf das eigene Revier aufpassen und verteidigen, für Recht und Ordnung sorgen, das schlaucht ganz schön. Und dann sind da ja auch noch die Kumpels von der Pferdeweide und die anderen Katzen. Das strengt an und dann ist Schlafen und Erholen angesagt.
Aber nun zu Eurer Frage wegen der Homepage - klar könnt Ihr meine Briefe veröffentlichen. Ich hätte nur eine Bedingung - bitte gebt meine Adresse nicht an.
Mein Leben ist schon so anstrengend genug, da brauche ich keine Fans oder sogar irgendwelche “Verrückte“. Es ist alles gut, so wie es im Moment ist.
Der Boss ist mein größter Fan, er kümmert und umsorgt mich wie ein eigenes Kind. Ich kann nicht klagen.
Manchmal, wenn ich mal wieder bei meinen Kumpels bin oder mir mit einer schönen Miezekatze die Zeit vertreibe, schimpft der Boss mit mir, wo ich denn so lange gesteckt hätte. Dann schmuse ich eine Runde mit ihm und alles ist wieder vergessen. Der “Alte” soll sich man nicht so aufregen.
Jetzt noch etwas zu meinen Briefen bzw. zu eurer Homepage - Ihr wisst, dass ich nur 2-4 mal im Jahr an Euch schreibe, deshalb stellt nicht so hohe Ansprüche an mich - es wird keine “Daily-Soap-Story”.
In wenigen Tagen jährt sich Brians zweiter Todestag - ich vermisse ihn so sehr. Ist halt doch etwas anderes, mit dem Bruder zu streiten, zu spielen oder zu schmusen, als mit dem Boss.
Wisst ihr wie es meinen Geschwistern und meiner Mama geht???
Immer wenn der Boss sich über mich hinkniet, fühle ich mich wie unter Mamas Bauch. Und wenn der Boss im Liegestuhl vor dem Ofen sitzt, hüpfe ich ihm auf den Bauch und mache den “Milchtritt”. Ich fühle mich dann so wohl- aber manchmal übertreibe ich wohl, denn dann sagt der Boss ich soll die Krallen einziehen.
Wie Ihr seht, geht es mir gut. Ich wiege jetzt 5 kg (der Winterspeck - ihr versteht) und das dicke Winterfell. Doch so langsam verliere ich immer mehr Haare - sagt der Boss, der mich ja so oft wie möglich kämmt. Vielleicht ist der Winter dieses Jahr gar nicht so lange und so hart.
Die “kleine” Maxima, vom Boss seiner Mama, entwickelt sich prächtig - nur sie ist so “klein” und “saufrech”. Na ja, demnächst wird sie sterilisiert, vielleicht beruhigt sie das dann etwas.
Der Boss hat Eure Weihnachts- Neujahrskarte vorgelesen und er war ein bisschen enttäuscht. Warum? Ihr habt vergessen eure Kontonummer, bzw. Bankverbindung aufzuschreiben.
Der Boss möchte Euch doch etwas Gutes tun und das ist ihm per Post ein wenig zu unsicher. Einen Computer hat der Boss nicht - er ist halt altmodisch - ist ja auch nicht schlecht, hat er halt mehr Zeit für mich.
Sonst gibt es nichts Neues - ist halt Winter.
Ich freue mich schon auf den Frühling und die wärmeren Temperaturen - mein Winterfell ist zwar zweckmäßig aber auch schwer.
Ich hoffe es geht Euch allen gut, von den üblichen Wehwehchen abgesehen. Aber wir werden ja alle nicht jünger.

Euer Rufus mit Boss

 



 

Rufus UND BOSS

Bremen, den 11.07.2015


Hallo Ihr Lieben,

Liebe Sommergrüße aus Bremen. Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht früher geschrieben habe. Aber Ihr versteht ja - zu viel um die Ohren. Und bevor ich gleich zur Katzendisco abzische (die Ü-4Party) möchte ich ein paar Zeilen schreiben.
Ihr fragt Euch vielleicht Ü-4 Party? Da dürfen nur Katzen / Kater über 4 Jahren rein!!! Ja, wie die Zeit vergeht. Ist schade, dass Brian nicht dabei sein kann - anderseits brauche ich dann nicht auf ihn aufzupassen. Hat Alles seine 2 Seiten.
Ach, es war so viel in letzter Zeit, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Der Boss z. B. hatte vor einem Monat einen Hexenschuss - egal wie das “Ding” heißt, auf alle Fälle war er zuhause - sprich fressen wann ich wollte, schlafen wann ich wollte (schön gemütlich an dem Boss seiner Seite), raus und rein wann ich wollte -was will man mehr?!?!
Zur Zeit hat er noch Urlaub - der Boss und was soll ich Euch sagen - er arbeitet! Was, dass glaubt Ihr nicht? Zugegeben, nicht mehr so viel wie früher - er kommt halt auch in die Jahre, aber er arbeitet.
Ist aber auch gar nicht so schlecht, dann brauche ich meinen “Zeitplan” nicht zu ändern. Heute z. B. war Gartenarbeit angesagt. Wie gewohnt kam ich von meiner “Streife” um 4.30 Uhr zurück, fraß etwas und legte mich dann - völlig erschöpft- ins Bett (war noch schön warm). Im Hintergrund lief im Radio Bremen 1 (natürlich in Zimmerlautstärke) und so schlief ich bis ca. 9.00 Uhr, bis zum 2. Frühstück.
Danach - weil die Sonne o schön schien, ging ich mit dem Boss raus. Ich musste doch kontrollieren, was er alle so gemacht hat. Zugegeben - sein “Garten” sieht in anderen Leuten Augen - entschuldigt den Ausdruck -unter aller Sau - aus.
Die 50 m Ligusterhecke war noch nicht geschnitten (wegen Hexenschuss, brütenden Vögeln und noch nicht ausgeblüht - Futter für Insekten), der Rasen steht teilweise 50-60 cm hoch (der Boss liebt sich im Wind bewegendes Gras) und der Türkische Mohn wächst meist an Stellen, wo er einfach nur stört (zwischen den Gehwegplatten, vor der Garageneinfahrt usw.). Aber der Mohn steht bei ihm unter Naturschutz, genau wie die Weinbergschnecken.
Bald nun ist Erntezeit, vor allem Kirschen und Beeren, deshalb hat der Boss heute einige Beete, wo die Sträucher stehen, etwas vom “Rasen” befreit - ich habe ihm natürlich geholfen. Aber mir schmeckt ja auch nicht jedes Gras und Brennnesseln schon gar nicht. Der Boss lässt ja Brennnesseln stehen, damit die Schmetterlinge was zum Fressen haben. Doch dieses Jahr sind wohl nicht so viele da wie sonst, schade. Ich spiele so gerne mit ihnen.
Die Vögel sind schon sehr fleißig am Kirschenernten, meistens mit dem Ergebnis -die Kirschen fallen runter. In den letzten Jahren kam dann morgens mindestens ein Igel und frühstückte laut und ausgiebig - doch dieses Jahr?
Wir wollen mal hoffen, dass der Igel im Urlaub ist.
Als der Boss heute (Frau Sommer weiß es vielleicht noch) den “Rosenbogen” von Wildkräutern “befreite”, bewegte sich plötzlich etwas - nicht besonders schnell - aber immerhin. Es war eine wunderschöne Kröte, die einige Zentimeter “umziehen” musste. Wie gesagt, schön anzusehen - aber zu langsam als Beute.
Apropos Beute: Mäuschen und Vögel halten sich ganz schön zurück. OK, ab und zu mal eine, aber früher war es mehr. Aber dank dem Sturkopf von Boss, der das Gras so hoch wachsen lässt, habe ich jetzt Grashüpfer auf dem Speiseplan. Zugegeben, noch sind sie recht klein, aber das wird schon noch.

Apropos Speiseplan - erinnert Ihr Euch noch an “Maxima”, die kleine freche Katze von dem Boss seiner Mutter. Stellt Euch vor - dieses kleine Biest - hat dem Boss so den Kopf verdreht, dass er ihr einen Teil meines Futters gibt. Also ehrlich, wo soll das noch hinführen? Erst den Kratzbaum, jetzt das Futter. Aber was soll es, Hauptsache ich muss nicht in der Nachbarschaft “betteln”. Bislang kann ich mich nicht “besser” beklagen. Versteht mich bitte nicht falsch - mir geht es saugut. Nur manchmal muss ich den Boss ganz doll trösten. Er ist mit seinem Job überfordert und würde am liebsten alles hinschmeißen und sich voll und ganz den Tieren widmen. Menschen sind machthungrig, geldgierig und haben Imponiergehabe.
Aber ist das wirklich alles? - und ist das so erstrebenswert? Der Boss sagt dann zu mir - schön das du nicht die Probleme ( der selbsternannten höchsten Intelligenz) - des Menschen- hast. Du bist ehrlich, zutraulich (gut, kleinere Reibereien) verlangst nicht viel und neidest dem anderen nichts. Reicht das nicht?
Der Boss hat auch schon überlegt im Tierschutz tätig zu werden aber dafür hat er ein zu großes Herz. Tieren zu helfen, sie zu pflegen und aufzuziehen, um sie in “gute Hände” weiterzugeben, weil er sie nicht alle behalten kann, das ist verdammt GROSS.
Und ein “Tiermessi” will der Boss auch nicht sein. Außerdem hat jedes Lebewesen nur ein “bestimmtes Lebensalter”. Lohnt es sich noch ein Tier aufzunehmen (Lebenserwartung Halter - Tier)?
Der Boss erzählt es mir, versehen tue ich es nicht. So einfach ist das Katerleben. Ich weiß, Ihr tut Euer Bestes für meine “Kollegen” und ich danke Euch viele tausend Mal dafür. Da ich ja nur ein Kater bin, verzeiht mir - es wird Zeit, die Ü-4 Party ruft.
Bleibt alle gesund und munter, schöne “Sommerferien”, tollt liebevolle Begegnungen und viele positive Gedanken und Gefühle.
Vielen, vielen lieben Dank für Eure tolle Arbeit.

Euer Rufus mit Boss

P.S. Was haltet Ihr (die Tiere) davon, heute dem Boss seine Spende für Eis auszugeben???

Viele liebe Grüße von allen an alle
Ihr Brian 


Edewecht, im Advent 2015

Mein lieber Junge,

aus den vielen ausführlichen Briefen, die dein Boss schreibt, weiß ich, dass es dir gut geht. Es hat mir sehr Leid getan, dass dein Bruder so früh gestorben ist und du allein mit deinem Boss wohnst. Aber ich denke, dass ihr beide sehr gut zurecht kommt und du hast ja auch noch deine Freunde, mit denen du um die Häuser ziehen kannst.

Mir geht es gut. Ich brauche ja keine Babies mehr zu kriegen und aufzuziehen und führe hier ein entspanntes Leben. Ich wohne drinnen bei den Hunden und den Menschen und kann rein und raus, wie ich gerade möchte. Allen anderen Tieren geht es auch gut. Die Menschen hier kümmern sich gut um alle, versorgen und pflegen sie gut und sind den ganzen Tag mit unserer Versorgung beschäftigt.

Hier leben 5 Ziegen, alle glücklich und dick und rund – das war aber nicht immer so. Als sie hier ankamen, mussten sie zunächst aufgepäppelt werden. Aber mittlerweile ist es selbstverständlich für die Ziegen, dass immer Heu da ist und zweimal täglich Brothäppchen und Kraftfutter serviert wird. Abends warten sie schon darauf und meckern – mähähähä …

Drago und Tammy, die beiden alten Ponies, haben hier den meisten Platz: 3 große Weiden mit schönem grünem Gras und Platz zum Toben. Die beiden Pferde verstehen sich gut, essen den ganzen Tag an ihrem Heu und freuen sich, wenn Frauchen ihnen ihre Leckerchenschalen gibt, mit harten Brötchen, Möhren, Bananen – alles fein klein geschnitten – dekoriert mit Müsli. Alle 8 Wochen kommt der Hufschmied und schneidet und pflegt die Hufe, damit die Pferde gut laufen können. Der Hufschmied ist nett und ein total cooler Typ – tätowiert wo man hinsieht. Außerdem kommt Barbara und putzt die Pferde. Wenn die Pferde Barbara sehen, wiehern sie vor Freude und sind ganz brav und artig.

Die kleine Sau Lulu ist nun allein, die beiden anderen Schweine sind ganz alt gestorben. Lulu ist 10 Jahre alt und isst für ihr Leben gern. Sie bekommt schönes Mineralfutter mit Haferflocken und frischen Nudeln und klein geschnittenes Brot dazu. Dies Menü wird in warmem Wasser eingeweicht und Lulu in den frisch ausgewaschenen Trog gegeben. Frauchen lockt Lulu dann aus ihrem Strohbett und ruft: „Lulu, dein Essen ist warm und lecker – komm schnell her.“ Dann kommt die Sau angerannt so schnell sie kann und man kann sie schon von Weitem schmatzen und schlürfen hören.

Dann haben wir hier noch Hühner. Die bestellt Frauchen im Internet bei ‚Befreite Tiere‘. Da gibt es mutige ehrenamtliche Menschen, die Tiere nachts aus den engen Ställen holen und sie an Menschen geben, die sich ganz fein um diese Tiere kümmern. Wenn wieder Hühner ankommen, meistens morgens um 3.00 Uhr, wird hier nur geflüstert, die Hühner werden ganz schnell in den Stall unter Rotlicht gesetzt, die mutigen Menschen bekommen einen schnellen Kaffee und sind wieder verschwunden. Richtig geheimnisvoll. Morgens sehen die neuen Hühner dann zum ersten Mal in ihrem Leben die Sonne. Meistens können sie gar nicht richtig laufen, haben lange Fußnägel und keine Federn. Schöne Körner kennen sie auch nicht, nur Legemehl, weil sie immer nur Unmengen an Eiern legen sollen. Aber ganz schnell lernen sie die guten Körner zu schätzen, freuen sich über frische Spaghettis, in warmes Wasser eingeweichtes Brot und werden dick und rund und frech. Wenn Frauchen zu den Hühnern kommt, wollen sie ganz schnell ihre Leckereien haben und picken in Hose und Stiefel, weil sie nicht abwarten wollen, bis Frauchen die Schalen auf den Boden gestellt hat.

Tauben gibt es auch. Die leben in einer richtig großen Voliere mit einem eigenen Taubenhaus daran. Frauchen sagt, dass die Voliere ganz sicher ist vor Räubern, richtig solide gebaut, damit kein Marder oder so ein Tier dort einbrechen kann. Wenn eine Taube wieder gesund geworden ist, öffnet Frauchen eines Tages die Tür der Voliere, und die gesunde Taube kann raus fliegen, wenn sie möchte. In der Voliere sind auch behinderte Tauben, häufig durch Menschen verursacht. Diese Tauben bleiben für immer hier und schließen Freundschaft mit den anderen Tauben. Die Tauben freuen sich am meisten über geschälte Sonnenblumenkerne – die gibt es jeden Tag. Frauchen ruft dann: „So, meine Hübschen, die Bonbons werden serviert, kommt schnell her und esst schön.“ Das machen die dann auch, und anschließend springen sie in ihre Badeanstalt mit frischem, warmem Wasser und baden ausgiebig. Die haben das vielleicht gut hier …

Hunde haben wir natürlich auch, aber nur noch 4, denn 4 ganz alte (Leiko ist 21 Jahre alt geworden!) sind gestorben. Wenn sich hier ein Tier entschließt, dass es sterben möchte, hat Frauchen ganz viel Zeit für dieses Tier. So wie bei Leiko: Er hat homöopathische Mittel bekommen, damit er überhaupt nicht leiden muss und ruhig und ohne Schmerzen ist. Frauchen hat für ihn gekocht, was er gerne wollte, hat ihm so oft er wollte frisches Wasser eingegeben und ist mit ihm auf dem Arm nach draußen gegangen, damit er frische Luft schnuppern kann. Und eines Tages ist er in Frauchens Armen eingeschlafen. Wenn ein Tier gehen möchte, sind wir anderen Tiere immer ganz leise und rücksichtsvoll, damit Frauchen sich fast nur um das sterbende Tier kümmern kann – sie sagt, dass das ganz wichtig ist.

Naja, und dann haben wir hier natürlich viele Katzen. Manche sind schon ganz alt und bekommen besonders leckeres Futter und ganz viel Zuwendung und Liebe. Und um die ganz kleinen und die kranken Katzen muss sich auch besonders gekümmert werden. Aber das machen die hier auch.

Du siehst schon, es wird nicht langweilig hier. Frauchen hat wirklich jeden Tag ganz viel zu tun mit uns allen. Und jeden Tag zählt sie auf, was sie alles nicht geschafft hat, obwohl sie natürlich wollte. Und dazu gehört auch, dass sie sich schon ganz lange bei deinem Boss bedanken wollte, für seine lieben, freundlichen Gedanken an die Tiere und Menschen hier auf dem Kattenhoff, für die tollen Briefe (wenn einer kommt, lesen alle den Brief und freuen sich riesig), für die großherzigen Geldspenden (die sie hier wirklich gut für die Tiere gebrauchen können) und nun auch noch für das große und tolle Weihnachtspaket. Frauchen hat die schönen Teller immer wieder aus dem Paket genommen und sie angesehen und sich gefreut, weil sie so schön sind. Frauchen freut sich auch immer noch jeden Tag über die schönen Schalen, auf deren Boden dein Boss eure beiden Namen geschrieben hat.

So, mein lieber Junge, ich soll dich und deinen Boss von allen hier ganz herzlich grüßen, ganz besonders von Frauchen, und euch danke sagen für alles Liebe und Großherzige
deine Mutter Tinkabelle.

 




Rufus UND BOSS

Bremen, den 28.12.2015

 


Liebe Mama Tinkabelle, liebe Kattenhoffler und -innen,

Jetzt hast du mich eiskalt erwischt. Nach so langer Zeit einen Brief und dazu noch so liebevoll und ausführlich geschrieben, hätte ich ganz und gar nicht erwartet. Und so kam es dann auch, dass ich vor Rührung die eine oder andere Freudenträne geweint habe. Ein Brief von Dir - Danke! Ich habe ja große Pfoten zum Augen trocken reiben.
Ich hoffe nur, dass Du Deine Schreiberei mit Deinem Frauchen nach “Feierabend” gemacht hast - nicht das irgendjemand kurzzeitig vernachlässigt wurde.
Ach ist es nicht schön, dass wir so liebe und tolle Menschen getroffen haben?!
Der Boss hat jetzt ein paar Tage Urlaub und wie ich finde, hat er sie auch nötig. Wenn er mir abends, wenn er von der Arbeit kommt, so einiges erzählt, möchte ich nicht mit ihm tauschen. Viel zu viel Stress mit den vielen Kollegen (meistens ungelernte Ausländer von Subunternehmern) und dann auch noch seine drei Chefs, die meistens auch noch “Sonderwünsche” haben. Nee, nee, da bleib ich lieber Kater, sage hin und wieder mal “miau” (manchmal auch mit Nachdruck, wenn mir etwas missfällt) und es ist gut. Aber meistens verstehen der Boss und ich uns “blind”.

Obwohl der Boss all die Feiertage nicht mag, hat er den kleinen Wildvögeln im Garten ein Geschenk gemacht. Er hat verschiedene Futterquellen und sogar Vogelhäuschen in unserem Kirschbaum gehängt und zwar so, dass ich  nicht herankomme, aber von der Fensterbank aus habe ich mein eigenes “Fernsehprogramm” Nur zur Zeit ist an den Futterquellen nicht viel los. Die Piepmätze suchen sich lieber Futter unter dem liegen gelassenen Laub und unter der Hecke. Aber am Wochenende soll es ja kälter werden - ich hoffe dann wird das “Programm” etwas besser. Am liebsten sehe ich ja das Rotkelchen und den Zaunkönig, nur die sind ja so scheu. Genau wie die Eichhörnchen.

Liebe Mama, wenn Du so gut mit dem Zählen bist, könntest Du Deinem Frauchen nicht bei der Inventur helfen - so als Gegenleistung, dass Du Ihren Computer benutzen durftest?
Und noch ein guter Rat an Dein Frauchen, sie soll nicht immer sagen, was sie am Tag nicht geschafft hat, sondern das was sie alles geschafft hat!!!!!
Es muss ja schließlich noch etwas für den nächsten Tag übrig bleiben.

Übrigens, schöne Grüße von Maxima, die kleine Katze vom Boss seiner Mutter. Sie ist nach wie vor noch frech und neugierig, aber nicht mehr so verspielt. Na ja, sie wird älter und erfahrener.

Apropos älter werden. Stellt Euch vor, der Boss hat sich ein neues Fahrrad gekauft - nach 26 Jahren. Als er damit nach Hause kam, musste ich es erstmal “untersuchen” und für gut befinden. Der Boss hat sich dazu entschlossen jetzt ein Rad mit “Seiteneinstieg” zu benutzen. Da fällt erstens das lästige “Beinchen heben” (wegen dieser blöden Stange (Herrenrad)) und zweitens ist das Anhänger ankuppeln viel einfacher.
Und am letzten Sonntag ist er zu einer Probefahrt aufgebrochen. Durch das “Blockland” ist es gegangen bzw. gefahren. Das Blockland, falls Ihr es nicht wissen solltet, ist ein großes Naturschutzgebiet mit vielen Wiesen und Wassergräben. Wenn man es umfährt, kann man so schön weit gucken. Vor zig Jahren war das dem Boss seine Lieblingsstrecke, vor allem im Sommer - frühmorgens. Da kann man so viele Wildtiere beobachten - Igel, Enten, Fischreiher - an und zu mal Kühe. Und am Sonntag hatten auf einer Wiese die Wildgänse rast gemacht. Schon imposant diese großen Vögel.
Am Blockland liegt auch der Bremer Tierschutzverein. Einen kurzen aber wirklich nur einen kurzen Moment, dachte der Boss daran hinein zu gehen und etwas zu spenden. Doch als er die vielen großen und kleinen Tierhäuschen sah und den vollen Parkplatz davor, dachte er sich - da kümmern sich genug Leute, bleib lieber beim Kattenhoff - ist doch lieb, oder?
Und so kam es, dass  der Boss nach 2,5 Stunden völlig zerzaust (vom stürmischen Wind) abgekämpft nach Hause kam und mir alles erzählte. Endlich mal etwas Erfreuliches, nicht ewig das Klagen über die Arbeit.
Zur Zeit ist er schon wieder beim Drechseln - stört mich ja nicht weiter, denn wenn ich mit dem Schreiben fertig bin, wird ein wenig gefressen und bis abends geschlafen - wie es sich für einen fleißigen Kater gehört.
So meinen Lieben, nochmals vielen, vielen Dank, dass Ihr mich nicht vergessen habt.
Haltet Euch im Winter schön warm, fern von Silvesterknallern und Raketen und bleibt vor allem gesund.

Das wünscht Euch und besonders Dir liebe Mama

Euer Rufus mit Boss.