Fips

 

Fips1

2004: schwerst verletzt durch Misshandlungen

Fips2

seit 2005: fröhlich und flott im Rollstuhl

Fips3

Frühling 2011: bei schönem Wetter liebend gerne draußen, warm eingepackt mit Wärmflasche

© Sommer, Stimme der Tiere Hagen

 

Fips – die Geschichte eines mutigen und tapferen kleinen Hundes

 

Ein Sonntag im September 2005, im Fernsehen ‚Tiere suchen ein Zuhause’ im WDR. Als Notfall wurde ein kleiner Hund im Rollstuhl vorgestellt, nicht größer als ein Jack-Russell-Terrier. Ein hübscher kleiner Hund, 5 Jahre alt, mit etwas längerem Fell in hell- und dunkelbraun mit weiß. Die Moderatorin berichtet, dass der kleine Hund namens ‚Fips’ schwer misshandelt worden sei und dann kurzerhand auf die Straße geworfen wurde. Eine Passantin hatte sich des schwer verletzten, blutenden und vor Schmerzen wimmernden Hundes angenommen und das Tier zum Tierarzt gebracht. Die Diagnose: Gebrochene Wirbel im Lendenbereich und mehrfach gebrochene Hinterbeine! Die kurze Frage: „Sollte man das Tier am Leben lassen?“ wurde nach einem Blick in die mutigen, trotz allem lebensfrohen Augen des kleinen Fips mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet. Nach mehreren Operationen stand fest: Ein Bein wurde aufgrund der Vielzahl an Brüchen sofort amputiert, ein Bein konnte erhalten werden, ist aber wegen der gerissenen Bänder ohne Funktion - und der Hund muss wie ein Baby gewickelt werden, weil er nichts mehr halten kann. Nun wurden via Fernsehen Menschen gesucht, die die Verantwortung für Fips übernehmen, ihm ein liebevolles Zuhause geben, ihn fünfmal täglich mit frischen Windeln versorgen und seine kleine Seele gesund pflegen.

 

Nach tagelangen Diskussionen Zuhause (‚Schaffen wir es, dem Hund gerecht zu werden?’, ‚Haben wir genügend Zeit für Fips?’, ‚Lernen wir es, den Hund schmerzfrei zu tragen, ihn zu wickeln – welches sind überhaupt die besten Windeln für ihn?’, ‚Fips braucht einen guten Tierarzt, Ergotherapie und Physiotherapie für mehr Selbstständigkeit’ und so weiter und so fort) lernten wir Fips kennen. Und am 15. Oktober zog er bei uns ein. Wir lernten, den Hund zu wickeln, ihn zu tragen, ihn in seinen kleinen Rollstuhl zu setzen, mit dem er fröhlich und flott unterwegs ist - immer vorne weg. Die anfänglichen Zweifel lösten sich auf, und bei einem Blick in die lieben, mutigen Augen des kleinen Fips, der tapfer sein Schicksal annimmt, wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten, ihn bei uns aufzunehmen. Im Alltag nun stellte sich heraus, dass Fips Angst vor anderen Hunden gar nicht kennt. Mit überhöhter Geschwindigkeit rast er auf sein Gegenüber zu, um klar zu stellen, dass er der Boss ist. Katzen mag Fips gar nicht. Weil die für ihn zu schnell sind, hetzt er bellend unsere anderen Hunde auf, die Katzen zu jagen, die dann prompt die Schelte einstecken. Seine Windel als Rutschhilfe nutzend, ist Fips fröhlich bellend der Erste beim Postboten oder bei der Leckerchen-Ausgabe. Fips liebt es, draußen zu sein. Im Sommer liegt er auf seiner Decke, rutscht schnüffelnd überall hin, wo er möchte, und im Frühjahr und Herbst liegt er so oft es geht draußen in seinem Körbchen, warm eingepackt mit Wärmflasche. Fips mag die anderen Hunde im Rudel, er liebt es, gewickelt zu werden, Fips freut sich über jeden Spaziergang mit uns, kurzum – Fips liebt und genießt sein Leben.

 

Und Fips hat sich Eines bewahrt: Obwohl Menschen ihm seinen kleinen Körper zerstört haben, liebt er Menschen und sieht uns mit dankbaren, mutigen und tapferen Augen voller Vertrauen an. Demütig wünschen wir uns, dass Fips noch lange fröhlich und flott im Rollstuhl mit uns und den anderen Hunden gemeinsam durch den Wald läuft.

 


 

 

Es wurde ein bewegender, mit Gold und Silber prämierter Film über Fips als Würdigung seiner Tapferkeit gedreht. Gern können Sie ihn als DVD gegen eine Spende bei uns bestellen.